Anregungen für visionäre Macher mit Weitblick und Realitätsnähe

Tue etwas Bedeutsames!“ so Förster & Kreuz.

Dem stimme ich auch aus Projektmanagementsicht zu. Hier gibt es zu viele Checklisten-Abarbeiter, die ihre Lebensenergie in Projekten vergeuden und gefrustet die Projektarbeit verfluchen. Denn es geht auch anders …

Buchrezension

Hört auf zu arbeiten! Förster & Kreuz

Hört auf zu arbeiten!

Eine Anstiftung, das zu tun, was wirklich zählt.

 

Von Anja Förster und Peter Kreuz

Pantheon Verlag 2013

 

Förster & Kreuz wollen mit ihrem neuesten Buch wieder unser Funkeln in den Augen wecken und rufen auf, das zu tun, was wirklich in uns steckt, aber ohne dabei die Realität aus den Augen zu verlieren. Leider gibt es diesbezüglich massenweise Ratgeber, die uns zudem versprechen, dass der Erfolg schon von ganz alleine einsetzen wird. Wir müssten ihn nur ernten. Aber Förster & Kreuz heben sich deutlich von diesen Ratgebern ab, denken weiter und machen den Realitätscheck. Sie präzisieren und fordern: Tue das, was in deinen Augen das Funkeln erzeugt, aber wodurch du auch eine Resonanz mit deinem Umfeld herstellst. Kurzum, ihr Schlüssel ist: Tue etwas Bedeutsames.

Das ist auch meine Erfahrung im Projektmanagement. Hier gibt es zu viele Checklisten-Abarbeiter, die ihre Lebensenergie in Projekten vergeuden und gefrustet die Projektarbeit verfluchen. Und zu allem Übel verlieren sie den Blick für die Realität. Damit kommt es zum Unausweichlichen, zum Projekt-Crash. Der Realitätsverlust ist einer der größten Projektmanagementfehler. Aber das ist ein anderer Aufsatz. Schauen wir ins Buch.

 

Wie wir es von Förster & Kreuz gewohnt sind, regen bereits die drei Hauptkapitelüberschriften Ende – Suche – Anfang zum Nachdenken an.

 

Im ersten Kapitel geht es um das Ende

Zu Beginn dieses Kapitels hatte ich mein erstes Déjà-vu-Erlebnis zum Thema Effizienz. Wer in einem Konzern gearbeitet hat oder arbeitet, hat es bestimmt miterlebt. Anfang 2000 war es der absolute Trend, alle Abläufe zu „industrialisieren“. Prozessstraßen bauen um jeden Preis, auch wenn es eigentlich um Denkarbeit ging. Spezialisierung und Effizienz bis zum bitteren Ende vieler Mitarbeiter. Das Messen der Effizienz, mit beispielsweise Key Performance Indikatoren (KPIs), ersetzte den gesunden Menschenverstand.

Genau wie Förster & Kreuz sehe ich, dass wir uns damit arbeitspsychologisch in die frühe Industrialisierung zurückgebeamt haben. Und alles dafür getan haben, dass wir überwiegend „miese Arbeit“, wie es Förster & Kreuz nennen, erledigt haben. Flow? Funkeln in den Augen? Fehlanzeige!

Und zudem ging das Versprechen der Fabrik, die Unternehmen immer profitabler zu machen, nur teilweise auf. Die Realität zeigt, ein wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen ist auf der Strecke geblieben.

Der Schrei nach Querdenkern, die kreativ und unternehmerisch denken, ist so groß wie nie. Das Paradoxe dabei ist, dass Querdenker den Prozess gefährden. Sie sehen vielleicht alternative Wege, die die Prozessstraße noch effizienter machen, aber das würde Veränderung bedeuten, die aktuelle Sicherheit des Best-Practice-Weges gefährden und das Unternehmen ins gefährliche Neuland führen. Dazu kommt, dass Querdenker nicht ins aktuelle Betriebsklima passen. Sie können Nein sagen und weiterdenken. Der Wunsch der Unternehmen ist zwar gut, aber das Umfeld für Querdenker und Alteingesessene müsste erst einmal gestaltet werden.

 

Das zweite Kapitel handelt von der Suche

Eines ist im ersten Kapitel klar geworden: Der Zenit des „Immer-höher-schneller-weiter-mehr“, wie es Förster und Kreuz nennen, bringt den Wettbewerb in eine rasante Spirale. Die Menschen bleiben dabei auf der Strecke und suchen nach einem Ausstieg. Und nun?

Förster und Kreuz bringen es auf den Punkt: “Sagen Sie nicht, dass Sie nicht die Macht hätten, etwas zu ändern!“ Was es dazu braucht, ist Mut, den Anteil an bedeutsamer Arbeit zu erhöhen. Also das, was uns das Funkeln zurückbringt, was unseren Flow erzeugt, worin wir aufgehen.

Förster & Kreuz denken aber weiter! Sie präzisieren und fordern: Tue das, was in deinen Augen das Funkeln erzeugt, aber wodurch du auch eine Resonanz mit deinem Umfeld herstellst. Kurzum, ihr Schlüssel ist: Tue etwas Bedeutsames.

Hierfür braucht es zur Selbstverwirklichung einen permanenten Realitätscheck, und damit unterscheiden sie sich eindeutig von vielen anderen Ratgebern.

 

 

Im dritten Kapitel geht es um den Anfang

Es handelt von der Suche nach der bedeutsamen Arbeit, also die Resonanz in unserer Tätigkeit. Dabei ist bedeutsame Arbeit mehr als nützlich. Sie dient den anderen als auch uns selbst. Der Ausführende behält dabei stets das prickelnde Gefühl einer Premiere, selbst wenn er die Tätigkeit schon oft ausgeführt hat. Er ist im Flow. Dabei reden Förster & Kreuz auch Klartext. Flow bedeutet zwar unter anderem, dass wir kreativ sind, dass die Dinge uns zufliegen, aber auch, dass wir uns schinden. Das stimmt. Auch beim Schreiben meines Buches war ich viele wunderschöne Wochen im Flow. Aber wenn man es nüchtern betrachtet, waren es Arbeitstage von oft mehr als elf Stunden. Es hat mir aber nichts ausgemacht. Es war herrlich und für mich absolut jenseits von meiner Arbeitsdefinition.

 

Neben dem Flow fordern Förster & Kreuz den Leser auf, mehr Selbstverpflichtung einzugehen und der eigenen Stimme zu folgen. Und damit die eigene Selbstverantwortung zu tragen. Das Verlassen der kritikfreien Zone versteht sich dabei von selbst. Und jetzt fängt es für viele Leser an, ungemütlich zu werden und an die eigene Komfortzone zu gehen. Will ich das überhaupt? Das Leben ist doch so ganz ok und absolut vorhersehbar. Hier zitieren Förster & Kreuz den Philosophen Peter Sloterdijk: „Man hat, bevor man >eigentlich lebt<, immer noch etwas anderes zu erledigen, noch eine Voraussetzung zu erfüllen, noch einen vorläufigen Wunsch zu befriedigen, noch … Und mit diesem Noch, Noch und Noch entsteht jene Struktur des Aufschubs und des indirekten Lebens, welche das System der maßlosen Produktion in Gang hält.“ Wie wahr! Und nun? Brauchen wir einen Reset, wie es Förster & Kreuz fordern?

 

Förster & Kreuz sind überzeugt, dass alle Menschen im Leben eine ganz persönliche innere Haltung brauchen, welche wie ein Fundament stabilisiert, was uns persönlich wichtig ist. Um dieses zu finden, fordern Sie den Leser auf, einen Schritt weiter zu denken und sich selber offen zu fragen, wie man dieses erreichen kann. Um uns dann mit vollem Selbstvertrauen und Verantwortungsbereitschaft auf den Weg zu begeben. Aber Vorsicht vor der Angst. Die ist nämlich der Preis der Freiheit, Großartiges zu tun, so Förster & Kreuz. Sie haben die Wahl zwischen dem „Weiter-so-wie-bisher-Weg“ und den „Alles-außer-gewöhnlich-Pfad“.

 

Um in den Worten von Förster & Kreuz zu sprechen: „Nur indem man handelt, kann man sich finden.“ Deshalb meine Empfehlung: Lesen Sie es selber! Denn selbstverständlich bieten Förster & Kreuz in ihrem Buch weitaus mehr Facetten zum Querdenken, als dieser Blogbeitrag darstellen kann.

 

Fazit

Ein tolles Buch für alle, die weiterdenken wollen als nur bis zum Feierabend. Dabei machen Förster & Kreuz Mut, die eigene Gedankenautobahn zu verlassen und die richtigen Weichen für das Funkeln in den Augen bei sich selber und unserem Umfeld zu stellen.

© Bianca Fuhrmann mit ihrem Buch Projekt-Voodoo® aus dem GABAL-Verlag
Bianca Fuhrmann

Zur Autorin:

Bianca Fuhrmann, Diplom-Ingenieurin, Systemischer Business Coach (SHB), Buchautorin und Vortragsrednerin, ist seit über 15 Jahren als Projektmanagementexpertin und als Projekt- und Führungskräfte-Coach tätig. Sie ist die Entwicklerin der Projekt-Voodoo®-Strategie. Zu ihren Kunden zählen namhafte DAX-Unternehmen und innovative Mittelständler.

 

Ihr Buch zum Thema heißt:

PROJEKT-VOODOO®: Wie Sie die Tücken des Projektalltags meistern und selbst verfahrene Projekte in Erfolge verwandeln. 

Der Krisen- und Konfliktmanagement-Ratgeber für den Projektalltag für Projektleiter und Führungskräfte!

Werfen Sie einen Blick auf den Buchtrailer oder direkt ins PROJEKT-VOODOO®-Buch.

 

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